Lexus RZ 300e im Alltagstest: Premium-Flair trifft E-Mobilität mit Schwächen

Lexus RZ 300e im Alltagstest: Premium-Flair trifft E-Mobilität mit Schwächen

Lexus RZ 300e im Alltagstest: Premium-Flair trifft E-Mobilität mit Schwächen

Mit dem RZ 300e bringt Lexus sein erstes reines Elektroauto auf die Straße – und bleibt dabei der eigenen Linie treu: hochwertige Verarbeitung, elegantes Design und souveräner Fahrkomfort. Doch beim Thema Reichweite und Ladeleistung zeigt der Premium-Crossover unerwartete Schwächen.

Edler Auftritt mit eigenständigem Stil

Seit 2023 bietet Lexus mit dem RZ sein erstes vollelektrisches Modell an. Technisch basiert der knapp fünf Meter lange SUV auf dem Toyota bZ4X, optisch geht er aber eigene Wege: Statt sachlicher Sachlichkeit gibt’s markante Linien, einen auffälligen „Diablo“-Grill und eine insgesamt hochwertigere Präsenz. Der RZ wirkt wie der schicke Bruder im Maßanzug – ein echter Hingucker in der Einfahrt.

Hochwertiger Innenraum mit kleinen Kompromissen

Auch im Innenraum zeigt Lexus, was die Marke im Premiumsegment ausmacht: edle Materialien, elegantes Design und ein aufgeräumtes Cockpit. Besonders ins Auge fällt der große 14-Zoll-Touchscreen, der glasklar auflöst und schnell reagiert. Allerdings erfordert Android Auto noch immer eine Kabelverbindung, und das nur 7 Zoll große Display hinter dem Lenkrad wirkt im ansonsten großzügigen Cockpit fast deplatziert. Dennoch überzeugt die Gesamterscheinung durch Stil und Komfort.

Viel Platz und durchdachte Details

Großzügig zeigt sich der RZ auch beim Platzangebot: Die erhöhte Sitzposition erleichtert den Einstieg, der Verzicht auf einen Mitteltunnel schafft viel Beinfreiheit in der zweiten Reihe. Mit 522 Litern Kofferraumvolumen (erweiterbar auf 1.450 Liter) und einem zusätzlichen 58-Liter-Fach unter dem Ladeboden ist der SUV auch für Familien oder Langstrecken bestens gerüstet.

Souveränes Fahrverhalten – bis zur Reichweitengrenze

Angetrieben wird der frontgetriebene RZ 300e von einem Elektromotor mit 204 PS (150 kW) und 266 Nm Drehmoment. Damit beschleunigt der Zweitonner in 8 Sekunden auf Tempo 100 und überzeugt mit leisem, gleichmäßigem Vortrieb. Die Spitzengeschwindigkeit ist bei 160 km/h elektronisch begrenzt – ein Kompromiss zugunsten der Effizienz. Auf der Langstrecke fährt sich der RZ angenehm ruhig, unterstützt durch ein komfortables Fahrwerk und leise Windgeräusche.

Reichweite und Ladeleistung: Luft nach oben

Im WLTP-Zyklus verspricht Lexus eine Reichweite von bis zu 480 Kilometern bei 71 kWh Akkukapazität. In der Praxis zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Gerade bei kühlen Temperaturen und moderaten Autobahntempi (120 km/h) stieg der Verbrauch auf über 26 kWh – ein realistischer Aktionsradius liegt damit deutlich unter 300 Kilometern.

Noch enttäuschender fällt das Ladeerlebnis aus: Trotz Schnellladefähigkeit erreichte der RZ an einem 300-kW-Lader nur selten mehr als 90 kW – im Schnitt oft nur 67 kW. Eine vollständige Ladeplanung im Navigationssystem sowie ein Ladestatus-Display fehlen. Wer häufiger längere Strecken fährt, wird hier Kompromisse eingehen müssen.

Premium-Preis für Premium-Ambiente

Mit einem Einstiegspreis von rund 55.600 Euro ist der RZ 300e alles andere als ein Schnäppchen – insbesondere im Vergleich zum technisch ähnlichen, aber deutlich günstigeren Toyota bZ4X. Die Allradvariante RZ 450e startet bei rund 68.000 Euro. Der Mehrpreis lohnt sich für alle, die Wert auf Exklusivität, gehobene Materialien und ein komfortorientiertes Gesamtpaket legen.

Fazit:

Der Lexus RZ 300e überzeugt mit viel Komfort, hochwertigem Innenraum und angenehmer Fahrkultur – ein typischer Lexus eben. Doch bei Reichweite und Ladeleistung reicht es (noch) nicht für einen Spitzenplatz unter den E-SUVs. Wer vor allem stilvoll und entspannt unterwegs sein will und mit den Einschränkungen leben kann, bekommt ein elegantes E-Auto mit Charakter.